LS Los Santos Fire Department — EMS Bureau Rettungsdienst
Los Santos Fire Department — EMS Bureau Kapitel 16 von 19 Nur für den Dienstgebrauch
Teil IV — Ausbildung

Das Field Training Program

Dieses Kapitel richtet sich an Preceptors — die Rettungsdienst-Entsprechung zum Training Officer bei der Polizei (LSPD, Kapitel 16).


1. Das Prinzip

Der Anwärter fährt echte Einsätze. Der Preceptor beobachtet, bewertet und coacht. Er behandelt nicht für ihn.

Der Kern

Der Anwärter macht die Arbeit. Ein Preceptor, der bei jedem Patienten übernimmt, weil es schneller geht, bildet niemanden aus — er produziert jemanden, der nach 30 Einsätzen noch nie selbst entschieden hat.

Es gibt eine Grenze, und die ist absolut: Bei Gefahr für den Patienten wird sofort übernommen. Ohne Diskussion, ohne Rücksicht auf die Lernsituation. Die Nachbesprechung kommt danach.


2. Die vier Phasen

Phase Dienste Anwärter Preceptor
1 — Beobachten 1–4 Schaut zu, trägt Material, dokumentiert mit. Kein Patientenkontakt in Verantwortung Macht alles vor und denkt laut: „Ich messe jetzt den Blutzucker, weil …"
2 — Assistieren 5–10 Führt einfache Fälle (Platzwunde, Sturz ohne Verdacht, Transportfahrt) unter direkter Anleitung Steht daneben, korrigiert sofort
3 — Führen 11–18 Ist Attendant bei allen Fällen. Beurteilt, entscheidet, funkt, gibt den Base-Report Beobachtet, schweigt so lange wie möglich
4 — Prüfen 19–24 Führt alles allein. Der Preceptor verhält sich wie ein normaler Partner Bewertet nur. Keine Hilfe, außer sie wird verlangt

Phasenübergang nur nach ausdrücklicher Bewertung. Wer Phase 2 nicht besteht, bleibt in Phase 2.


3. Der Daily Observation Report

Nach jedem Dienst. Bewertung je Punkt: 1 = ungenügend, 3 = akzeptabel, 5 = überdurchschnittlich, oder n/b (nicht beobachtet).

# Kategorie Was bewertet wird
1 Erscheinung und Ausrüstung Uniform, Handschuhe dabei, Ausrüstung vollständig
2 Fahrzeugcheck Gründlich oder abgehakt
3 Fahren Sicher, Code 3 defensiv schnell
4 Funk — Dispatch Vier Teile, Lagemeldung früh, Statuswechsel
5 Funk — Base-Report ATMIST-Schema, vollständig, knapp
6 Szenensicherheit Gefahren erkannt, Fahrzeug richtig gestellt, Staging eingehalten
7 Kontaktaufnahme Vorstellen, Erlaubnis, Umgangsform
8 Primary Survey xABCDE in der Reihenfolge, nichts übersprungen
9 Secondary Survey Systematisch, SAMPLER, OPQRST
10 Vitalwerte Vollständig, mehrfach, Atemfrequenz gezählt
11 Blutzucker Bei jeder Bewusstseinsstörung gemessen
12 Maßnahmen Richtig, im Scope, in sinnvoller Reihenfolge
13 Scope-Treue Bleibt bei dem, was er darf — und fordert nach, was er braucht
14 Einwilligung Fragt, erklärt, prüft Einwilligungsfähigkeit
15 Transportentscheidung Ob, wohin, wie — und begründet
16 Übergabe Strukturiert, vollständig, wartet Rückfragen ab
17 Dokumentation PCR vollständig, „Warum"-Feld ausgefüllt
18 Teamarbeit Rollen geklärt, Partner informiert, laut gearbeitet
19 Umgang mit Angehörigen Angesprochen, einbezogen, nicht übergangen
20 Entscheiden unter Druck Entscheidet — oder friert ein, oder überstürzt
21 Annahme von Kritik Nimmt an oder verteidigt sich
22 Eigeninitiative Sieht Arbeit, ohne dass man sie zeigt

Dazu drei Freitextfelder — die eigentlich wichtigen:

Feld Inhalt
Beste Leistung heute Eine konkrete Sache. Immer eine finden
Kritischster Punkt Die eine Sache für morgen. Nicht fünf
Ziel für den nächsten Dienst Messbar. „Bei jeder Bewusstseinsstörung Blutzucker, ohne Erinnerung"

Regeln für den DOR

  1. Jeden Dienst. Ein DOR nur nach schlechten Diensten ist eine Strafe, kein Werkzeug.
  2. Konkret. „Funk war schlecht" ist wertlos. „Bei der Grove Street hat er die Patientenzahl nicht gemeldet" ist brauchbar.
  3. Besprechen, nicht abgeben. Am Ende des Dienstes, gemeinsam durchgehen.
  4. Eine Baustelle auf einmal.

4. Wie man ausbildet

Technik Wie
Laut denken Der Preceptor spricht seine Entscheidungen aus. Der Anwärter hört die Begründung, nicht nur die Handlung
Fragen statt sagen „Was siehst du?" — „Was ist dein nächster Schritt?" — „Warum diese Klinik?"
Sofort nach dem Einsatz Zwei Minuten im Fahrzeug, nicht am Schichtende
Machen lassen Auch wenn es langsamer ist. Der Anwärter muss den Fehler machen, um ihn zu verstehen
Eingreifen bei Gefahr Unmittelbar, ohne Diskussion

Die drei Fragen nach jedem Einsatz

  1. „Was hatte der Patient?" — Lässt rekonstruieren und deckt Wahrnehmungslücken auf.
  2. „Was würdest du anders machen?" — Selbstkritik vor Fremdkritik. Meistens nennt der Anwärter den Fehler selbst.
  3. „Was war gut?" — Nicht optional. Ein Anwärter, der nur Kritik hört, wird vorsichtig statt kompetent — und Vorsicht ist im Rettungsdienst kein Ersatz für Kompetenz.

Was ein Preceptor nicht tut

Nicht
Den Anwärter vor Patienten oder Angehörigen zurechtweisen
Jeden Patienten selbst übernehmen
Eigene Abkürzungen weitergeben („den Blutzucker lassen wir hier meistens weg")
Persönlich werden
Fehler durchwinken, weil man den Anwärter mag
Jemanden bestehen lassen, der Szenensicherheit oder Scope-Treue nicht beherrscht
Hinweis

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Wer jemanden passieren lässt, der ohne Freigabe in Polizeilagen läuft oder Maßnahmen außerhalb seines Scope durchführt, hat nicht nett gehandelt — er hat den nächsten Partner dieses Anwärters gefährdet.


5. Abschluss

# Schritt
1 Abschlussbeurteilung durch den Preceptor
2 Praktische Prüfung → Kapitel 17
3 Gespräch mit dem EMS Captain
4 Bestanden → volle Berechtigung als EMT bzw. Paramedic
5 Nicht bestanden → Verlängerung, Phasenwiederholung, oder Ende

Drei Ausgänge, und alle drei müssen möglich sein:

Ausgang Bedeutung
Bestanden Volle Berechtigung
Verlängert Vier weitere Dienste in der Phase, die nicht sitzt. Klar benanntes Defizit
Nicht bestanden Der Charakter ist nicht geeignet. Das muss möglich sein.
Hinweis

Ein Programm, das niemand nicht besteht, ist keine Ausbildung, sondern eine Wartezeit.


6. Der Preceptor selbst

Preceptor ist eine eigene Qualifikation ab Senior Paramedic:

Voraussetzung
Beherrscht die Verfahren dieses Handbuchs — nicht nur kennt sie
Kann erklären, warum etwas so gemacht wird
Hat Geduld, jemanden langsam arbeiten zu lassen
Formuliert Kritik sachlich
Nimmt selbst Kritik an
Ist bereit, jemanden nicht zu bestehen

Die Qualifikation kann man auch wieder verlieren.


7. Typische Fehler von Preceptors

Fehler Folge
Alles selbst gemacht Der Anwärter hat zugeschaut, nicht gelernt
Vor dem Patienten korrigiert Untergräbt den Anwärter beim Patienten
Keine Nachbesprechung Der Fehler wiederholt sich
Kein DOR Keine Nachvollziehbarkeit
Zwanzig Kritikpunkte auf einmal Keiner wird bearbeitet
Nur Kritik, kein Lob Anwärter wird passiv
Eigene Unsitten weitergegeben Fehler pflanzen sich über Generationen fort
Bestanden, obwohl Szenensicherheit fehlt Gefährdet den nächsten Partner
Abgeschlossen ohne Fallbreite Jemand mit 24 Transportfahrten ist kein Rettungssanitäter

Dazu im Hub