Vorwort
Wofür dieses Handbuch da ist
Der Rettungsdienst ist keine Reihe von Handgriffen. Die gute Versorgung entsteht nicht im Wiederbeleben, sondern in den drei Minuten davor: beurteilen, erklären, entscheiden, funken.
Das Handbuch soll drei Dinge leisten:
- Ein gemeinsames Vokabular. Wenn zwei Rettungskräfte „Code 3" und „Rescue 27" hören und dasselbe verstehen, funktioniert Funk. Wenn nicht, ist Funk Rauschen.
- Abläufe, die man abrufen kann. Unter Druck erfindet niemand eine Reihenfolge. Man ruft eine ab, die man geübt hat.
- Einen Grund, langsam zu sein. Wer den Patienten beurteilt, bevor er ihn behandelt, behandelt das Richtige.
Was dieses Handbuch nicht leistet
Es ersetzt keine Behandlungsleitlinie und keine Weisung des Base Hospital. Dosierungen enthält es nicht — sie stehen im Prehospital Care Manual der County-EMS-Agency und sind dort in ihrer jeweils geltenden Fassung verbindlich.
Der Grundsatz
Der Patient ist ein Mensch, kein Befund.
Jede Entscheidung in diesem Handbuch folgt daraus. Man erklärt, was man tut, bevor man es tut. Man fragt, bevor man anfasst. Man nimmt „Nein" als Antwort ernst — auch wenn es unvernünftig ist.
Die vier Fragen
| Frage | Kapitel |
|---|---|
| Ist es sicher? — für mich, mein Team, den Patienten, Umstehende | 09 |
| Was hat der Patient? — strukturiert beurteilen, nicht raten | 10 |
| Darf ich das? — Einwilligung, und liegt es in meinem Scope? | 05 · 06 |
| Wer weiß es? — Lage, Patientenzahl, Bedarf, Zielklinik gefunkt? | 03 |
Die erste Frage steht nicht zufällig vorn. Eine Rettungskraft, die selbst zum Patienten wird, hat die Lage verdoppelt statt gelöst.
Aufbau der Kapitel
Wie im Field Manual des LSPD ist jedes Praxiskapitel gleich gebaut: Lage → Rechtsgrundlage bzw. Scope → Ablauf → Funk → Trainingsszenario → Typische Fehler.
Der Fehlerkatalog am Ende jedes Kapitels ist nicht Beiwerk. Er sammelt, was in dieser Lage tatsächlich schiefgeht — und ist damit die kürzeste Fassung des Kapitels.