LS Los Santos Fire Department — EMS Bureau Rettungsdienst
Los Santos Fire Department — EMS Bureau Kapitel 06 von 19 Nur für den Dienstgebrauch
Teil II — Recht und Befugnisse

Scope of Practice — wer darf was

Der Scope of Practice ist die Liste dessen, was eine Qualifikationsstufe tun darf. Er ist in Kalifornien in Title 22 der California Code of Regulations geregelt; die California EMS Authority (EMSA) setzt den Rahmen, die County-EMS-Agency die örtlichen Leitlinien.

Der Grundsatz:

Grundsatz

Eine Maßnahme außerhalb deines Scope ist kein Kavaliersdelikt. Sie kostet die Zulassung — auch wenn sie geholfen hat.


1. Die drei Stufen im Vergleich

Maßnahme EMT AEMT Paramedic
Beurteilung, Vitalwerte
Sauerstoff, Beatmungsbeutel, Absaugen
Blutungskontrolle, Tourniquet, Beckenschlinge
Immobilisation, Schienung
AED
Assistenz bei patienteneigenen Mitteln (Adrenalin-Pen, Nitro, Inhalator)
Laufende Infusion überwachen und abstellen
Infusion anlegen (peripherer Zugang)
Supraglottische Atemwegshilfe
Glukose intravenös
Intraossärer Zugang (teils)
Endotracheale Intubation
Medikamente aus eigenem Bestand begrenzt
EKG ableiten und beurteilen
Manuelle Defibrillation, Kardioversion, Schrittmacher
Thoraxentlastung bei Spannungspneumothorax
Hinweis

Die Zeile, die am häufigsten übertreten wird, ist der Venenzugang. Ein EMT legt keinen. Nicht „im Notfall", nicht „weil es schnell gehen musste". Wenn ein Zugang gebraucht wird und keiner da ist, der ihn legen darf, lautet die Antwort: ALS nachfordern und währenddessen das tun, was man darf.


2. Standing Orders und Base Contact

Ein Paramedic arbeitet nicht auf Zuruf eines Arztes, sondern auf zwei Grundlagen:

Grundlage Bedeutung
Standing Orders Vorab erteilte Weisungen der County-EMS-Agency. „Bei diesem Befund tust du das" — ohne zu fragen. Der Normalfall.
Base Contact Rücksprache mit dem Base Hospital, wenn die Lage über die Standing Orders hinausgeht, unklar ist, oder ein Abbruch zur Debatte steht
Hinweis

Das ist die Antwort auf die Notarzt-Frage. Was in anderen Systemen „Notarzt anfordern" denken, ist im amerikanischen System: der Paramedic tut es selbst — und wenn es über seine Standing Orders hinausgeht, funkt er das Base Hospital an und lässt sich weisen.

Im Funk klingt das so:

„Base von Rescue 27, erbitte Weisung. Wir haben einen anhaltenden Krampfanfall nach der zweiten Gabe. Erbitten Freigabe für eine weitere Gabe."

Wann Base Contact

Anlass
Maßnahme, die nicht durch Standing Orders gedeckt ist
Abbruch einer Reanimation → Kapitel 08
Hochrisiko-Behandlungsverweigerung → Kapitel 05
Unklare Zielklinik, Umleitung, Klinik überfüllt
DNR-Lage mit widersprechenden Angehörigen
Kind in kritischem Zustand
Alles, was dir ein ungutes Gefühl macht und Zeit lässt

Und die Regel danach: Eine Weisung wird wiederholt und bestätigt, bevor sie ausgeführt wird. So wie bei einer Medikamentenanordnung im Krankenhaus.

Funkspruch

„Verstanden, Base: eine weitere Gabe freigegeben. Rescue 27 führt aus."


3. Medikamente — ohne Dosierungen

Dieses Handbuch nennt bewusst keine Mengen. Es nennt, was es gibt und wofür — das reicht für den Dienstgebrauch; Mengen erteilt die Behandlungsleitlinie, nicht dieses Handbuch.

Mittel Wofür es da ist Stufe
Sauerstoff Sauerstoffmangel EMT
Acetylsalicylsäure Verdacht auf Herzinfarkt EMT (assistierend) / Paramedic
Nitroglycerin Brustschmerz kardialer Ursache assistierend EMT / Paramedic
Adrenalin Anaphylaxie, Reanimation, schwerer Asthmaanfall Pen assistierend EMT · sonst Paramedic
Naloxon Opioid-Überdosis in vielen Systemen auch EMT (nasal) · Paramedic
Glukose Unterzuckerung — oral als Gel beim wachen Patienten, intravenös beim bewusstlosen Gel EMT · i.v. AEMT/Paramedic
Salbutamol Atemnot bei Asthma und COPD Paramedic (in manchen Systemen EMT)
Benzodiazepin Anhaltender Krampfanfall, schwere Agitation Paramedic
Opioid-Analgetikum Starke Schmerzen Paramedic
Antiemetikum Übelkeit und Erbrechen Paramedic
Kristalloide Infusion Volumenmangel, Zugangsoffenhaltung AEMT / Paramedic
Antiarrhythmika, Vasopressoren Rhythmusstörungen, Reanimation Paramedic

4. Die fünf R der Medikamentengabe

Vor jeder Gabe, jedes Mal, auch beim zehnten Einsatz:

# Prüfung
1 Richtiger Patient
2 Richtiges Medikament — Ampulle laut lesen, nicht nach Form greifen
3 Richtige Dosis
4 Richtiger Weg — intravenös, intramuskulär, nasal, inhalativ
5 Richtiger Zeitpunkt

Dazu zwei Fragen, die im Rettungsdienst dazugehören:

# Prüfung
6 Allergien? — jedes Mal fragen, auch wenn es drängt
7 Verfall und Klarheit? — Datum lesen, Ampulle ansehen

5. Wenn du über deinen Scope hinaus musst

Es gibt diese Lage: Der Patient braucht etwas, das du nicht darfst, und Hilfe ist weit.

Die richtige Reihenfolge:

# Schritt
1 ALS nachfordern und Ankunftszeit erfragen
2 Alles tun, was du darfst — und das ist mehr, als man im Stress denkt: Atemweg, Sauerstoff, Beatmung, Blutung, Lagerung, Wärme, AED
3 Base Hospital anfunken und die Lage schildern
4 Transportentscheidung — manchmal ist Losfahren die richtige Maßnahme, weil die Klinik näher ist als der ALS-Wagen
5 Dokumentieren, warum du so entschieden hast

Was nicht dazugehört: es trotzdem tun. Auch nicht, wenn du es „im Kurs mal gesehen" hast.

Der Satz, der diesen Abschnitt trägt

Ein EMT, der einen Patienten mit Beatmungsbeutel, Sauerstoff und Druckverband bis zur Klinik bringt, hat vollständige, korrekte, gute Arbeit gemacht. Ein EMT, der stattdessen einen Zugang legt, den er nicht legen darf, hat seine Zulassung riskiert und dem Patienten nichts gebracht.


6. Trainingsszenario

Runde Lage Was geprüft wird
1 EMT-Besatzung, Patient mit Brustschmerz Wird ALS nachgefordert, statt selbst zu improvisieren?
2 EMT-Besatzung, Anaphylaxie, Patient hat eigenen Adrenalin-Pen Erkennt der Anwärter, dass Assistenz erlaubt ist?
3 Paramedic, Maßnahme außerhalb der Standing Orders Wird Base Contact gehalten und die Weisung bestätigt?
4 Paramedic, Base antwortet nicht Wird dokumentiert und nach Standing Orders weitergearbeitet, statt zu warten?
5 EMT wird von einem Umstehenden gedrängt, „doch endlich was zu machen" Bleibt er im Scope und erklärt es?

Automatisch nicht bestanden: Maßnahme außerhalb des Scope · Weisung ausgeführt ohne Rückbestätigung · „Notarzt" angefordert.


7. Typische Fehler

Fehler Folge
EMT legt einen Zugang Außerhalb des Scope, Zulassung in Gefahr
Medikament ohne Base-Freigabe, wo sie nötig war Eigenmächtige Maßnahme
Weisung nicht zurückbestätigt Verwechslungen, und rechtlich unsauber
Allergien nicht gefragt Der Fehler, der im echten Rettungsdienst Menschen umbringt
Ampulle nach Form gegriffen statt gelesen Dasselbe
„Notarzt" gefunkt Existiert nicht — gemeint ist ALS oder Base
Auf ALS gewartet, obwohl die Klinik näher war Zeit verschenkt
Nichts getan, weil „ich darf ja nichts" Falsch. Ein EMT darf viel, und das Wenige, das er nicht darf, ist selten das Entscheidende.