Los Santos Fire Department — EMS Bureau
Kapitel 18 von 19
Nur für den Dienstgebrauch
Teil IV — Ausbildung
Fehlerkatalog
Die Fehler aus allen Kapiteln, nach Schwere sortiert. Gedacht als Nachbesprechungshilfe: Wenn ein Einsatz schlecht gelaufen ist, findet man hier meistens, was es war.
1. Die zehn Fehler, die Rettungskräfte umbringen
In dieser Reihenfolge.
| # | Fehler | Wo |
|---|---|---|
| 1 | Ohne Freigabe in eine Polizeilage gefahren. Aus einem Patienten werden drei. | 09 · 15 |
| 2 | Fahrzeug in den fließenden Verkehr gestellt. Der nächste Unfall passiert im Rücken. | 09 |
| 3 | Sofort ausgestiegen und hingelaufen. Gefahren nicht erkannt. | 09 |
| 4 | Code 3 gefahren wie ein Rennen. Der Rettungswagen ist hoch, schwer und hat hinten jemanden stehen. | 04 |
| 5 | Hund, Nadel, Strom nicht bedacht. Die drei häufigsten Verletzungen im Rettungsdienst. | 09 |
| 6 | Keine Handschuhe. | 09 |
| 7 | Keine Warnkleidung auf der Straße. | 09 |
| 8 | Eigenhändig Zwang gegen einen wehrhaften Patienten. Nicht unser Auftrag. | 05 |
| 9 | Waffe angefasst. | 15 |
| 10 | Reihenfolge Ich–Team–Patient–Umstehende verlassen. | 09 |
2. Die zehn Fehler, die Patienten umbringen
| # | Fehler | Wo |
|---|---|---|
| 1 | Blutzucker nicht gemessen. Die häufigste verpasste behebbare Ursache — bei jeder Bewusstseinsstörung, jedem Verwirrten, jedem 5150. | 10 |
| 2 | Schnappatmung für Atmung gehalten. Verlorene Minuten, die man nicht zurückbekommt. | 11 |
| 3 | „Stay and Play" beim kritischen Patienten. Er braucht keinen Rettungsdienst, er braucht einen OP. | 10 · 12 |
| 4 | Schock erst bei niedrigem Blutdruck erkannt. Der Druck fällt spät. | 12 |
| 5 | Patient nicht vollständig entkleidet. Der zweite Einschuss, die Wunde am Rücken. | 10 · 12 |
| 6 | Nicht gewärmt. Unterkühlung bricht die Gerinnung. | 12 |
| 7 | Atemnotpatient flach gelegt. Sofortige Verschlechterung. | 13 |
| 8 | Betrunkenen mit Kopfverletzung als betrunken abgetan. | 13 |
| 9 | Gefesselten in Bauchlage gelassen oder „ich kann nicht atmen" als Widerstand gewertet. | 15 |
| 10 | Falsche Klinik. Der Patient wird zweimal transportiert, und die Zeit hatte er nicht. | 01 · 12 |
3. Fehler, die Verfahren zerstören
| Fehler | Folge | Wo |
|---|---|---|
| Maßnahme außerhalb des Scope | Zulassung in Gefahr, auch wenn es geholfen hat | 06 |
| Einwilligungsfähigen gegen seinen Willen transportiert | Übergriff | 05 |
| Ohne Einwilligung behandelt, obwohl Einwilligung möglich war | Dasselbe | 05 |
| AMA nicht dokumentiert | Rechtlich hat das Gespräch nicht stattgefunden | 05 |
| Weisung ausgeführt, ohne sie zurückzubestätigen | Verwechslungen | 06 |
| Reanimation abgebrochen ohne Base-Freigabe | Eigenmächtig | 08 |
| DNR ignoriert, weil ein Angehöriger drängte | Das Dokument schlägt den Angehörigen | 08 |
| Kein PCR | Der Einsatz existiert nicht, es gibt keine Vorgeschichte | 07 |
| Bericht beschönigt | Aus einem Fehler wird ein Dienstvergehen | 07 |
| Namen im Klartextfunk | Schweigepflicht | 07 |
| Schussverletzung nicht gemeldet | Meldepflicht verletzt | 07 |
| Kleidung durch das Einschussloch geschnitten | Beweismittel zerstört | 15 |
| Verbandmüll eingesammelt und weggeworfen | Dasselbe | 15 |
4. Fehler von Preceptors
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Alles selbst gemacht | Der Anwärter hat zugeschaut, nicht gelernt |
| Vor dem Patienten korrigiert | Untergräbt ihn genau da, wo er Autorität braucht |
| Keine Nachbesprechung | Der Fehler wiederholt sich |
| Kein DOR | Keine Entwicklung nachvollziehbar |
| Zwanzig Kritikpunkte auf einmal | Keiner wird bearbeitet |
| Nur Kritik, kein Lob | Vorsicht statt Kompetenz |
| Eigene Abkürzungen weitergegeben | Fehler pflanzen sich fort |
| Bestanden ohne Fallbreite | 24 Transportfahrten sind keine Ausbildung |
| Bestanden trotz fehlender Szenensicherheit | Gefährdet den nächsten Partner |
5. Die Nachbesprechung
Nach jedem Einsatz, der schlecht gelaufen ist. Fünf Minuten, vier Fragen:
| # | Frage | Zweck |
|---|---|---|
| 1 | „Was hatte der Patient?" | Rekonstruktion. Deckt auf, dass zwei Leute verschiedene Einsätze erlebt haben |
| 2 | „An welcher Stelle hätte es anders laufen können?" | Sucht den Entscheidungspunkt, nicht den Schuldigen |
| 3 | „Was war der eine Fehler?" | Einer. Der wichtigste |
| 4 | „Was war gut?" | Nicht optional |
Und bei belastenden Einsätzen zusätzlich die Fragen aus Kapitel 15, Abschnitt 9 — was hat uns mitgenommen, braucht jemand mehr als dieses Gespräch.
Zwei Regeln: Sie richtet sich gegen den Ablauf, nicht gegen die Person. Und sie ist IC oder unter vier Augen oder im Team, aber nicht beides.
6. Die Kurzfassung
Wenn jemand nur eine Seite dieses Handbuchs liest, dann diese:
Hinweis
- Ich — Team — Patient — Umstehende. In dieser Reihenfolge.
- Handschuhe an, bevor du anfasst.
- Bei Shooting, Stabbing, Assault, Structure Fire: Bereitstellung. Warte auf Freigabe.
- Frag, bevor du anfasst. Erklär, bevor du machst.
- xABCDE, in der Reihenfolge. Spritzende Blutung zuerst.
- Blutzucker bei jeder Bewusstseinsstörung. Ohne Ausnahme.
- Der Kritische bleibt zehn Minuten, nicht dreißig.
- Wärmen. Immer.
- Die richtige Klinik, nicht die nächste. Und melde ihn vor.
- „Nein" ist eine gültige Antwort.