LS Los Santos Fire Department — EMS Bureau Rettungsdienst
Los Santos Fire Department — EMS Bureau Kapitel 08 von 19 Nur für den Dienstgebrauch
Teil II — Recht und Befugnisse

Tod, DNR und Reanimationsabbruch

Das schwerste Kapitel dieses Handbuchs. Auf den meisten Servern ist Tod ein Timer und Wiederbelebung eine Taste. Damit fällt das weg, was diese Einsätze im echten Rettungsdienst prägt: die Entscheidung, nicht anzufangen — oder aufzuhören.


1. Wann nicht mit einer Reanimation begonnen wird

Es gibt Zustände, bei denen eine Reanimation nicht begonnen wird, weil sie offensichtlich sinnlos ist. Die Feststellung trifft in der Regel der Paramedic, in unklaren Fällen nach Base-Rücksprache.

Zustand
Mit dem Leben nicht zu vereinbarende Verletzungen — Abtrennung des Kopfes, Zerstörung des Rumpfes
Vollständige Verbrennung über die gesamte Körperoberfläche
Totenflecken und Leichenstarre
Verwesung
Eine gültige DNR-Anordnung oder ein POLST mit entsprechender Festlegung
Bei einem MANV: Sichtungskategorie Schwarz — siehe Kapitel 14
Warnung

„Sieht schlecht aus" ist keiner dieser Zustände. Unterkühlte, Ertrunkene, Kinder, Stromunfälle und Vergiftete werden reanimiert, auch wenn die Lage hoffnungslos wirkt. Bei Unterkühlung gilt der Merksatz „niemand ist tot, bis er warm und tot ist" — die Reanimation läuft bis in die Klinik.


2. DNR und POLST

Dokument Was es ist
DNR (Do Not Resuscitate) Anordnung, im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands keine Reanimation zu beginnen
POLST (Physician Orders for Life-Sustaining Treatment) Differenzierteres Formular: legt fest, welche Maßnahmen gewünscht sind und welche nicht — von „alles" bis „nur Komfort"

Die Regeln

  1. Ein gültiges DNR oder POLST schlägt die Anweisung von Angehörigen und Vertretern. Wenn der Sohn „machen Sie alles!" ruft und ein gültiges DNR vorliegt, gilt das DNR.
  2. Ein einwilligungsfähiger Patient kann seine eigene Festlegung jederzeit widerrufen. Wer bei Bewusstsein sagt „ich will doch behandelt werden", bekommt Behandlung.
  3. DNR heißt nicht „keine Behandlung". Es heißt „keine Reanimation". Schmerzlinderung, Sauerstoff, Lagerung, Zuwendung, Transport — alles weiter möglich und oft genau das, was gebraucht wird.
  4. Im Zweifel wird reanimiert. Kein Dokument auffindbar, Zweifel an der Gültigkeit, widersprüchliche Angaben: anfangen. Man kann eine Reanimation beenden, aber keine nachholen.
  5. Base-Rücksprache bei jeder DNR-Lage, die nicht eindeutig ist.
Der Satz, der Punkt 3 trägt

Der häufigste Fehler bei DNR-Patienten ist nicht, dass zu viel gemacht wird — sondern dass zu wenig gemacht wird. Eine Sterbende mit Atemnot hat Anspruch auf Erleichterung, auch wenn sie nicht reanimiert werden will.


3. Reanimationsabbruch im Feld

Eine begonnene Reanimation kann im Feld beendet werden. Das ist eine Entscheidung mit Verfahren, nicht ein Aufgeben.

Voraussetzungen

Voraussetzung
Reanimation über einen ausreichenden Zeitraum leitliniengerecht durchgeführt
Atemweg gesichert, Beatmung wirksam
Kein Kreislauf wiedergekehrt
Ein nicht defibrillierbarer Rhythmus, durchgehend
Keine reversible Ursache, die noch behandelt werden kann
Keine besonderen Umstände (Unterkühlung, Kind, Vergiftung, Ertrinken, Schwangerschaft)
Base-Rücksprache und Freigabe

Ablauf

# Schritt
1 Lage zusammenfassen — was wurde gemacht, wie lange, welcher Rhythmus
2 Base Hospital anfunken und Abbruch beantragen
3 Weisung abwarten und zurückbestätigen
4 Reanimation beenden, Zeitpunkt notieren
5 Angehörige informieren — persönlich, im Raum, nicht über die Schulter
6 Patient nicht bewegen, wenn eine Untersuchung folgt
7 LSPD anfordern, 11-44 funken
8 Angehörige nicht allein lassen, bis jemand da ist
9 PCR schreiben, vollständig

Muster für die Base-Anfrage:

Funkspruch

„Base von Rescue 27, erbitte Weisung zum Reanimationsabbruch. Männlich, etwa 70, Kollaps beobachtet, Beginn durch uns nach etwa acht Minuten. Reanimation läuft seit 28 Minuten, Atemweg gesichert, Beatmung wirksam. Durchgehend Asystolie, kein Kreislauf, keine reversible Ursache erkennbar. Keine Unterkühlung, keine Intoxikation bekannt. Erbitten Abbruch."


4. Die Angehörigen

Der Teil, der über die Qualität des Einsatzes entscheidet — und der am häufigsten vernachlässigt wird.

Was hilft

Tun
Hinsetzen. Nicht über jemandem stehen, dem man das sagt
Klare Worte. „Er ist gestorben." Nicht „wir haben ihn verloren", nicht „er ist von uns gegangen"
Nicht ausweichen. Wer unklar spricht, muss es zweimal sagen
Pause lassen. Nach dem Satz kommt Stille, und die ist in Ordnung
Sagen, was ihr getan habt — ohne Fachsprache. Menschen wollen wissen, dass jemand gekämpft hat
Sagen, was jetzt passiert — Polizei kommt, Arzt kommt, Bestatter, Zeitrahmen
Berühren erlauben. Angehörige dürfen ihren Toten anfassen, wenn keine Untersuchung entgegensteht
Bleiben, bis jemand da ist

Was nicht hilft

Nicht
Fachsprache — „Asystolie", „ROSC ausgeblieben"
Schuldzuweisung, auch keine unterschwellige („hätten Sie früher angerufen …")
Falsche Hoffnung — „in der Klinik hätten sie vielleicht …"
Beschwichtigen — „er hat nichts gespürt" weiß niemand
Sofort einpacken und abfahren

5. DOA — tot aufgefunden

Ist der Tod offensichtlich und lange eingetreten, ist es kein Rettungseinsatz mehr, sondern eine Fundsituation:

# Schritt
1 Tod feststellen — und die Feststellung begründen können
2 Nichts verändern. Auch keine Decke darüber, wenn es vermeidbar ist
3 LSPD anfordern, 11-44
4 Coroner wird über die Polizei angefordert
5 Wer war da, was wurde berichtet — notieren
6 Am Ort bleiben, bis die Polizei übernimmt
7 PCR schreiben, auch ohne Patient im Sinne einer Behandlung
Hinweis

Jeder unklare Todesfall ist zunächst ein potenzieller Tatort. Auch die Oma im Bett. Der Rettungsdienst entscheidet nicht, ob es einer ist — er verhält sich so, als wäre es einer, bis die Polizei es anders sagt.


6. Trainingsszenario

Runde Lage Was geprüft wird
1 Kollaps, beobachtet, kein Puls Wird sofort reanimiert? Teamführung?
2 Alte Frau im Bett, Totenflecken, Starre Wird nicht reanimiert — und begründet? LSPD gerufen, 11-44?
3 Reanimation läuft 25 Minuten, Asystolie Wird Base angefunkt und die Weisung bestätigt?
4 Wie 3, aber der Patient ist unterkühlt Wird nicht abgebrochen?
5 Gültiges DNR, Angehöriger verlangt Reanimation Gilt das DNR? Wird trotzdem Sauerstoff und Zuwendung gegeben?
6 Nach dem Tod: Ehefrau im Raum Das ist die Prüfung. Hinsetzen, klare Worte, bleiben

Automatisch nicht bestanden: Unterkühlten abgebrochen · abgebrochen ohne Base · bei Zweifeln nicht angefangen · Angehörige mit Fachsprache abgefertigt · Leiche bewegt, bevor die Polizei da war · ohne 11-44 abgefahren.


7. Typische Fehler

Fehler Folge
„Sieht hoffnungslos aus" als Grund, nicht anzufangen Man kann beenden, nicht nachholen
Unterkühlten oder Ertrunkenen früh abgebrochen Menschen sind daraus zurückgekommen
DNR als „keine Behandlung" gelesen Der Patient leidet, obwohl man helfen darf
DNR ignoriert, weil ein Angehöriger drängt Das Dokument schlägt den Angehörigen
Abbruch ohne Base-Freigabe Eigenmächtig
Zeitpunkt nicht notiert Fehlt in jeder späteren Urkunde
Leiche bewegt oder zugedeckt Möglicher Tatort verändert
11-44 nicht gefunkt Polizei und Coroner wissen nichts
Angehörige allein gelassen Der Fehler, an den sich Menschen ein Leben lang erinnern
„Wir haben ihn verloren" statt „er ist gestorben" Muss zweimal gesagt werden, und das ist grausamer