Zusammenarbeit mit dem LSPD
Das wichtigste Kapitel für gemischte Einsätze — und das, dessen Fehlen man auf Servern am deutlichsten sieht: Sanitäter, die in Schusswechsel laufen, und Officer, die eine Bereitstellung vergessen.
Es hat ein Gegenstück im Polizeihandbuch: LSPD, Kapitel 15. Am besten liest man beide.
1. Die Grundaufteilung
| Wer | Verantwortet |
|---|---|
| LSPD | Die Sicherheit der Einsatzstelle. Absperrung, Täter, Waffen, Menschenmenge, Beweismittel |
| LSFD/EMS | Den Patienten. Beurteilung, Behandlung, Transport, Zielklinik |
Beide Sätze gelten auch dann, wenn der andere anderer Meinung ist:
Die Polizei sagt, wann der Rettungsdienst hineingeht. Der Rettungsdienst sagt, wann und wohin der Patient fährt.
Ein Officer entscheidet nicht, ob ein Patient transportfähig ist. Ein Paramedic entscheidet nicht, ob eine Einsatzstelle sicher ist. Wer über die Linie greift, produziert genau den Streit, den beide vermeiden wollten.
2. Bereitstellung und Freigabe
Das Verfahren, das Leben rettet — und nur funktioniert, wenn beide Seiten es einhalten.
Für den Rettungsdienst
Bei den Meldebildern Shooting, Stabbing, Assault und Structure Fire wird in einer Bereitstellung gewartet:
| # | Schritt |
|---|---|
| 1 | Position außer Sicht der Einsatzstelle, mindestens eine Straßenecke |
| 2 | Freie Ausfahrt, Motor an, Team im Fahrzeug |
| 3 | Position funken, damit die Polizei weiß, wo sie freigeben soll |
| 4 | Warten — auch wenn man Schreie hört. Besonders dann |
| 5 | Auf ausdrückliche Freigabe vorfahren |
„Rescue 27 in Bereitstellung, Ecke Grove Street und Carson Avenue, warten auf Freigabe."
Für die Polizei
Die Freigabe ist eine Pflicht, nicht eine Gefälligkeit — und sie ist ausdrücklich:
„7-Adam-15 an Rescue 27: Einsatzstelle ist sicher, ein Verdächtiger in Gewahrsam, Code 4. Zufahrt über Grove Street von Süden, ein Patient im Hinterhof."
Und wenn sie nicht sicher ist, wird das auch gesagt — mit Zeitangabe, wenn möglich:
„7-Adam-15 an Rescue 27: Einsatzstelle noch nicht sicher, Schütze nicht lokalisiert. Bleiben Sie in Bereitstellung, ich melde mich."
Rettung unter Polizeischutz
Wenn ein Patient liegt und die Lage nicht vollständig sicher zu machen ist, gibt es einen Mittelweg: Officer sichern einen Korridor, der Rettungsdienst holt den Patienten heraus und versorgt ihn außerhalb.
| Regel |
|---|
| Ein Officer führt, ein Sanitäter arbeitet — abgesprochen, nicht improvisiert |
| Nur Bergen, nicht Behandeln. Behandelt wird hinter der Deckung |
| Vorher absprechen: Weg hinein, Weg hinaus, Abbruchsignal |
| Der Rettungsdienst geht nicht vor die Deckung |
3. Am Tatort arbeiten
Ein Patient kann gleichzeitig ein Beweismittel-Umfeld sein. Der Rettungsdienst hat Vorrang — Leben vor Spuren — verändert aber so wenig wie möglich.
| Regel |
|---|
| Ein Weg hinein, derselbe hinaus. Nicht über die Fläche verteilen |
| Nichts anfassen, was nicht gebraucht wird — Waffen niemals |
| Kleidung an den Nähten schneiden, nicht durch Einschuss- oder Stichlöcher |
| Nichts wegwerfen. Verbandreste, abgeschnittene Kleidung, Ampullen bleiben am Ort oder gehen mit |
| Was du bewegt hast, sagst du der Polizei — und schreibst es in den PCR |
| Keine Leichen bewegen, außer zur Versorgung eines anderen Patienten |
| Was der Patient sagt, wörtlich notieren — kann eine Aussage sein |
Der Rettungsdienst fasst keine Waffen an. Nicht, um sie „sicher wegzulegen". Wenn eine Waffe im Weg liegt, sagt man es einem Officer.
4. Patienten in Gewahrsam
Ein Festgenommener, der behandelt wird, ist doppelt gebunden: Er ist Patient und in Gewahrsam.
| Regel |
|---|
| Handschellen bleiben, sofern sie die Behandlung nicht verhindern. Die Entscheidung trifft die Polizei |
| Ein Officer begleitet den Transport — im Rettungswagen oder direkt dahinter |
| Behandlungsentscheidungen liegen beim Rettungsdienst, nicht beim Officer |
| Einwilligung gilt weiter. Ein Festgenommener darf eine Behandlung ablehnen, wenn er einwilligungsfähig ist (Kapitel 05) |
| Schweigepflicht gilt weiter. Der Officer erfährt, was für die Sicherheit nötig ist — nicht die Krankengeschichte (Kapitel 07) |
| Bei Fesselung in Bauchlage: sofort umlagern. Siehe Warnung unten |
Ein gefesselter Patient in Bauchlage ist eine Notlage, nicht eine Haltung. Wer bäuchlings gefesselt liegt, kann seine Atemarbeit nicht leisten. Der Rettungsdienst verlangt die Umlagerung in die Seitenlage oder ins Sitzen — und das ist keine Bitte. Dasselbe gilt für den Satz „ich kann nicht atmen": Er wird als Befund behandelt, nicht als Widerstand.
5. Psychische Krise und 5150
5150 ist die kalifornische Rechtsgrundlage für eine Zwangsunterbringung zur psychiatrischen Begutachtung für bis zu 72 Stunden — bei Eigengefährdung, Fremdgefährdung oder wenn sich die Person nicht mehr selbst versorgen kann.
Die Aufteilung
| Wer | Macht |
|---|---|
| LSPD | Stellt den 5150 fest, sorgt für Sicherheit, begleitet |
| EMS | Prüft und behandelt körperliche Ursachen, transportiert |
Eine psychische Krise ist oft keine. Unterzuckerung, Sauerstoffmangel, Kopfverletzung, Vergiftung, Infektion sehen aus wie Verwirrtheit, Aggression oder Psychose (Kapitel 13).
Deshalb gilt: Jeder 5150 bekommt einen Blutzucker gemessen. Jeder. Es ist die Messung, die verhindert, dass ein unterzuckerter Diabetiker in der Psychiatrie landet.
Ablauf
| # | Schritt |
|---|---|
| 1 | Reizarm machen — Sirene und Blaulicht aus, Zuschauer weg, Kräfte zurücknehmen |
| 2 | Einer redet. Nur einer, und zwar der, zu dem die Person am ehesten Kontakt hat |
| 3 | Abstand halten, nicht umstellen |
| 4 | Körperliche Ursachen ausschließen — Blutzucker, Sauerstoff, Verletzungen, Medikamente, Drogen |
| 5 | Nicht lügen. „Wir fahren nur mal kurz" zerstört das Vertrauen genau da, wo man es braucht |
| 6 | Ankündigen, was als Nächstes passiert, bevor es passiert |
| 7 | Transport in eine Einrichtung, die 5150 aufnimmt — nicht in ein beliebiges Krankenhaus |
| 8 | Zwang nur durch die Polizei. Der Rettungsdienst fesselt nicht |
Sätze, die funktionieren
„Ich bin nicht hier, um Sie festzunehmen. Ich bin vom Rettungsdienst." „Ich will nur sehen, ob es Ihnen körperlich gut geht. Darf ich Ihren Finger nehmen?" „Ich sage Ihnen, was ich als Nächstes mache, bevor ich es mache." „Ich habe Zeit."
6. Officer down
Der Einsatz mit der höchsten emotionalen Ladung — und der, bei dem am meisten schiefgeht, weil alle gleichzeitig helfen wollen.
| # | Regel |
|---|---|
| 1 | Ist die Lage sicher? Ein verletzter Officer heißt, dass jemand geschossen hat. Der ist oft noch da |
| 2 | Ein Team behandelt. Nicht sechs. Die anderen Officer sichern — das ist ihre Aufgabe |
| 3 | Ausrüstung runter. Weste, Gürtel, Funk müssen weg, um den Rumpf beurteilen zu können. Vorher ansagen |
| 4 | Alle Wunden suchen. Westen verschieben Einschüsse an unerwartete Stellen |
| 5 | Trauma Center, Voranmeldung |
| 6 | Kollegen wegschicken oder ihnen eine Aufgabe geben. Beides ist besser als sechs Leute am Patienten |
| 7 | Nach dem Einsatz: Nachsorge, für alle Beteiligten — siehe unten |
„Ich brauche zwei von Ihnen — einer hält die Infusion, einer hält die Menschen weg." Officer, die eine Aufgabe haben, stehen nicht im Weg.
7. Gemeinsame Sprache
Was beide Seiten kennen müssen. Vollständig in Kapitel 04 und LSPD, Kapitel 04.
| Code | Bedeutung | Wer benutzt es |
|---|---|---|
| Code 2 / Code 3 | Fahrweise | beide |
| Code 4 | Lage im Griff | beide — und der Rettungsdienst hört darauf, wann er vorfahren darf |
| 11-41 | Rettungswagen erforderlich | LSPD → EMS |
| 11-44 | Todesopfer am Einsatzort | beide |
| 11-80 / 11-81 | Unfall mit schweren / leichten Verletzungen | LSPD → EMS |
| 5150 | Psychiatrische Zwangsunterbringung | beide |
| MCI Level 1–3 | Massenanfall | EMS → alle |
| BLS / ALS | Fähigkeitsstufe des Wagens | EMS — Officer sollten es verstehen |
„Notarzt" gibt es nicht. Wer mehr Kompetenz am Patienten braucht, fordert ALS an. Und ein BLS-Wagen kann keine Medikamente geben — wer das weiß, funkt beim Brustschmerz gleich richtig.
8. Nachsorge
Der Teil, den niemand einplant — und der über die Belastbarkeit einer Wache entscheidet.
Nach belastenden Einsätzen — Kind, Kollege, Reanimation eines Bekannten, Großschadenslage — gibt es eine Nachbesprechung: kurz, im Team, ohne Schuldsuche.
| Frage |
|---|
| Was ist passiert? |
| Was hat gut funktioniert? |
| Was hat uns belastet? |
| Braucht jemand mehr als dieses Gespräch? |
9. Trainingsszenario
Gemeinsam mit dem LSPD durchführen — sonst lernt nur eine Seite.
| Runde | Lage | Was geprüft wird |
|---|---|---|
| 1 | Shooting, Täter flüchtig, ein Patient | Bereitstellung durch EMS und Freigabe durch LSPD |
| 2 | Wie 1, aber LSPD „vergisst" die Freigabe | Fragt der Rettungsdienst nach? Fällt es dem Officer auf? |
| 3 | Patient hinter einem Fahrzeug, Lage nicht vollständig sicher | Rettung unter Polizeischutz, abgesprochen |
| 4 | Festgenommener klagt über Brustschmerz | Wer entscheidet über Transport? Officer als Begleitung? |
| 5 | Festgenommener bäuchlings gefesselt, sagt „ich kann nicht atmen" | Wird sofort umgelagert? |
| 6 | 5150, Person mit Messer, nur selbstgefährdend | Einer redet, Blutzucker gemessen, kein Zwang durch EMS |
| 7 | Officer down, sechs Officer vor Ort | Ein Behandlungsteam? Werden Officer mit Aufgaben versehen? |
| 8 | Tatort mit Schussverletzung | Kleidung an den Nähten, nichts weggeworfen, Waffe nicht angefasst |
Automatisch nicht bestanden: ohne Freigabe vorgefahren · Freigabe vergessen (LSPD) · Waffe angefasst · „ich kann nicht atmen" ignoriert · 5150 ohne Blutzucker · Officer hat den Transport entschieden · Kleidung durch das Einschussloch geschnitten.
10. Typische Fehler
| Fehler | Wer | Folge |
|---|---|---|
| Ohne Freigabe vorgefahren | EMS | Aus einem Patienten werden drei |
| Freigabe vergessen | LSPD | Der Patient stirbt, während der Wagen um die Ecke steht |
| Bereitstellung am Rand der Szene | EMS | Keine Deckung, keine Ausfahrt |
| Waffe angefasst | EMS | Beweismittel und Eigengefährdung |
| Kleidung durch die Löcher geschnitten | EMS | Beweismittel zerstört |
| Verbandmüll eingesammelt | EMS | Dasselbe |
| Über die Fläche gelaufen | EMS | Spuren zerstört |
| Transportentscheidung durch den Officer | LSPD | Zuständigkeit überschritten |
| Sicherheitsbewertung durch den Sanitäter | EMS | Dasselbe, umgekehrt |
| Krankengeschichte an den Officer weitergegeben | EMS | Schweigepflicht |
| Gefesselten in Bauchlage gelassen | beide | Lebensgefahr |
| 5150 ohne Blutzucker | EMS | Der Unterzuckerte landet in der Psychiatrie |
| Zwang durch den Rettungsdienst | EMS | Nicht sein Auftrag |
| Sechs Officer am verletzten Kollegen | LSPD | Niemand sichert, niemand kann arbeiten |
| Keine Nachbesprechung nach einem schweren Einsatz | beide | Verschenkte Charakterentwicklung |