LS Los Santos Police Department Polizei
Los Santos Police Department Kapitel 13 von 19 Nur für den Dienstgebrauch
Teil III — Einsatztaktik

Festnahme, Fesselung, Transport, Booking


1. Rechtsgrundlage

Eine Festnahme braucht Probable Cause — siehe Kapitel 05. Ohne Probable Cause ist es keine Festnahme, sondern eine Freiheitsberaubung.

Drei Arten, wie es dazu kommt:

Art Voraussetzung
On View Der Officer beobachtet die Tat selbst
Probable Cause Aus Beweisen, Zeugen, Umständen
Warrant Es liegt ein Haftbefehl vor
Citizen's Arrest Eine Privatperson nimmt fest und übergibt. Der Officer prüft die Rechtmäßigkeit — angemessene Gewalt ist dabei zulässig, unverhältnismäßige macht den Festnehmenden selbst zum Täter.

2. Ablauf der Festnahme

Phase 1 — Entscheidung und Ankündigung

Vorher entscheiden, nicht während des Griffs. Eine Festnahme, die man mittendrin beschließt, wird ein Gerangel.

Ankündigen:

Wortlaut

"Sie sind festgenommen wegen Verdachts auf schweren Raub, Paragraph 211. Drehen Sie sich um und legen Sie die Hände hinter den Rücken."

Der Grund gehört dazu. Er ist Pflicht, und er nimmt die Panik heraus.

Phase 2 — Fesselung

# Schritt
1 Contact & Cover. Einer fesselt, einer deckt. Immer.
2 Hände hinter den Rücken, Handflächen nach außen
3 Handschellen anlegen, doppelt verriegeln (Double-Lock) — sonst ziehen sie sich zu
4 Sitz prüfen: ein Finger muss zwischen Schelle und Handgelenk passen
5 Erst jetzt durchsuchen (Search Incident to Arrest)
6 Belehrung, wenn befragt werden soll → Kapitel 06

Regeln:

  • Nie mit den Händen vorne fesseln, außer bei dokumentiertem medizinischen Grund
  • Nie an einen Gegenstand fesseln und alleine zurücklassen
  • Nie in Bauchlage liegen lassen, nachdem gefesselt wurde — Erstickungsgefahr. Sofort in die Seitenlage oder aufsetzen.
  • Beschwerden ernst nehmen. "Ich kann nicht atmen" ist keine Taktik, bis das Gegenteil bewiesen ist. Position ändern, Rettungsdienst rufen, wenn unklar.

Phase 3 — Durchsuchung der Person

Nach rechtmäßiger Festnahme ist die Person vollständig durchsuchbar. Systematisch, nicht zufällig:

Kopf → Kragen → Achseln → Arme → Hände → Brust → Rücken → Gürtel/Hosenbund →
Gesäß → Leiste → Oberschenkel → Knie → Waden → Knöchel → Schuhe (innen)
  • Taschen von außen abtasten, dann leeren
  • Schuhe immer prüfen — der klassische Ort für Messer und Drogen
  • Hosenbund und Gürtelschnalle — der klassische Ort für Waffen
  • Geschlechtergetrennt, wo möglich. Eine gründliche Durchsuchung durch einen Officer des anderen Geschlechts nur, wenn es keine Alternative gibt, und dann dokumentieren.
  • Alles Gefundene dokumentierenKapitel 07, Abschnitt 4

Phase 4 — Transport

# Schritt
1 Rückbank vor dem Einsetzen prüfen — und nach dem Aussteigen erneut. Was jetzt da liegt, hat die Person hineingelegt.
2 Person mit dem Kopf zuerst einsetzen, Kopf schützen
3 Gurt anlegen
4 Mitgefangene trennen. Mehrere Verdächtige derselben Tat fahren nicht zusammen — sie stimmen ihre Aussagen ab.
5 Kilometerstand und Zeit notieren, wenn eine Person des anderen Geschlechts transportiert wird
6 Funken: Transport mit Ziel und Anzahl
7 Während der Fahrt: keine Befragung ohne Belehrung
Funkspruch

"7-Adam-15, transportieren einen Festgenommenen zur Wache, ein Insasse, Abfahrt jetzt."

Phase 5 — Booking

# Schritt
1 Übergabe an Custody / Jail
2 Personalien, Foto, Fingerabdrücke
3 Tatvorwurf und Paragraph eintragen
4 Eigentum inventarisieren und quittieren
5 Medizinische Erstsichtung — Verletzungen, Medikamente, Entzug
6 Telefonat ermöglichen
7 Bericht schreiben. Derselbe Officer, dieselbe Schicht.

3. Widerstand

Passiver Widerstand

Geht nicht mit, lässt sich fallen, hält sich fest. → Führungsgriffe, Tragen. Kein Taser, kein Spray.

Aktiver Widerstand

Reißt sich los, stößt weg, läuft weg. → Kontrolltechniken, Bodentechnik, ggf. Taser oder Spray nach Kapitel 08.

Angriff

→ Höhere Stufe, sofort, aber nur so lange wie nötig.

Die Regel: Wenn die Person aufhört, hörst du auf. Gewalt, die nach dem Ende des Widerstands weitergeht, ist ein Dienstvergehen — unabhängig davon, wie gerechtfertigt sie eine Sekunde vorher war.

§ 148 PC (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) ist ein eigener Tatvorwurf. Aber:

Hinweis

Wer eskaliert, um eine 148 zu erzeugen, begeht selbst ein Dienstvergehen. Eine 148, die aus einer vom Officer verschuldeten Eskalation entsteht, hält vor keiner Prüfung.


4. Nach der Festnahme

Pflicht
Bericht, in derselben Schicht
Beweismittel ins Property Room, dokumentiert
Zeugenangaben aufgenommen
Use-of-Force-Bericht, wenn Gewalt angewendet wurde
Übergabe an den Detective, wenn es ein Ermittlungsfall ist

Der Bericht

Ein Festnahmebericht beantwortet sechs Fragen. Nicht mehr, nicht weniger:

Frage Inhalt
Wer Festgenommener, Officer, Zeugen
Was Tatvorwurf mit Paragraph
Wann / Wo Zeit und Ort von Tat und Festnahme
Warum Der Probable Cause. Das wichtigste Feld des ganzen Berichts.
Wie Ablauf, angewendete Gewalt, Belehrung ja/nein und wann
Womit Sichergestellte Gegenstände
Hinweis

Das "Warum"-Feld ist der Bericht. Alles andere ist Formalie. Wenn dort "war verdächtig" steht, ist der Bericht wertlos und die Festnahme angreifbar. Dort muss stehen, welche konkreten Tatsachen den Probable Cause getragen haben.


5. Trainingsszenario

Runde Lage Was geprüft wird
1 Kooperativer Festgenommener Vollständiger Ablauf: Ankündigung mit Grund, Fesselung, Durchsuchung, Belehrung, Transport
2 Person geht passiv nicht mit Bleibt es bei Stufe 2? Wird Taser oder Spray falsch eingesetzt?
3 Person reißt sich los und läuft Verfolgung zu Fuß, Kontrolltechnik, Verhältnismäßigkeit
4 Zwei Verdächtige derselben Tat Werden sie getrennt transportiert?
5 Festgenommener sagt "Ich kann nicht atmen" Wird die Position geändert und RTW gerufen?
6 Nach dem Transport liegt ein Messer auf der Rückbank Wurde die Rückbank vorher geprüft? Wenn nicht: nicht bestanden.

6. Typische Fehler

Fehler Folge
Festnahme ohne Probable Cause Rechtswidrig, Freilassung, IA-Verfahren
Grund nicht genannt Pflichtverstoß, erzeugt Panik und Widerstand
Alleine gefesselt, ohne Deckung Der gefährlichste Moment ohne Absicherung
Handschellen nicht doppelt verriegelt Verletzungen, Beschwerde
Zu eng gefesselt Körperverletzung im Amt
Nicht durchsucht Waffe im Streifenwagen, Waffe in der Zelle
Schuhe nicht geprüft Der klassische Fund, den man verpasst
Rückbank nicht vor und nach dem Transport geprüft Fund gehört dir, nicht ihm
Zwei Mitverdächtige zusammen transportiert Abgestimmte Aussagen, Fall beschädigt
Bauchlage nach dem Fesseln beibehalten Lebensgefahr
"Ich kann nicht atmen" ignoriert Im Ernstfall ein Todesfall
Im Wagen ohne Belehrung befragt Aussage unverwertbar
Kein Bericht Die Festnahme existiert rechtlich nicht
Eskaliert, um eine 148 zu bekommen Dienstvergehen

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